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Alle Postings mit dem Tag: SEEADLER
WWF: Stopp dem Greifvogelmord in NÖ
22.01.2009 um 19:09 - Thema: Tierschutz
Stopp dem Greifvogelmord in Niederösterreich! St. Pölten, am 22. Jänner 2009 - Drei verkleidete Greifvögel, ein Weidmann mit Plastikbüchse und jede Menge blutrote Konfetti: Vor dem Landtag in St. Pölten appellierten heute WWF, BirdLife Österreich und die Grünen Niederösterreich in einer gemeinsamen Aktion an DI Josef Plank: “Herr Landesrat, stoppen Sie den Greifvogelmord in Niederösterreich!” Im Dezember 2008 hatte die NÖ Landesregierung eilig eine neue Beutegreiferverordnung erlassen, die die Bestimmungen der EU-Vogelschutzlinie teilweise zu umgehen versucht. Seither sind in Niederösterreich 200 Mäusebussarde und 40 Habichte zum Abschuss freigegeben, weil sie angeblich an der Ausrottung bedrohter Tierarten beteiligt sind. “In Wahrheit dient die Verordnung wohl rein jagdlichen Interessen. Bestimmte Kreise innerhalb der Jägerschaft versprechen sich von einer Dezimierung der Greifvögel mehr Fasane und Hasen”, sind die drei Organisationen überzeugt. Unter http://www.wwf.at/greifvogelpetition können Bürgerinnen und Bürger den Protest gegen die Verordnung unterstützen. „Die Argumentation 'Schutz gefährdeter Tierarten durch das Abschießen anderer Arten' ist absurd und auch wissenschaftlich nicht haltbar”, so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger. Bei keiner der 26 bedrohten Tierarten, die in der Verordnung aufgezählt sind, ist eine Bedrohung durch Mäusebussard und Habicht nachgewiesen. Bei 16 Arten davon fehlt sogar der Nachweis, dass sie von den beiden Greifvögeln gefressen werden, oder sie sind - wie etwa die Wiesenotter - in Niederösterreich überhaupt ausgestorben. "Die Verordnung entbehrt jedes fachlichen Hintergrundes und hat nicht nur in Österreich, sondern auch in internationalen Fachkreisen großes Unverständnis und massiven Unmut ausgelöst”, erklärt Gabor Wichmann, Stv. Geschäftsführer von BirdLife Österreich. “Außerdem öffnet das Land Niederösterreich dadurch Tür und Tor für 'irrtümliche' Abschüsse von sehr seltenen und besonders bedrohten Greifvögeln wie Sakerfalke, Seeadler und Kaiseradler”, so der Vogelexperte. Bereits 2002 wollte die Niederösterreichische Landesregierung eine derartige Beutegreifer-Verordnung erlassen. Damals bestätigte die EU-Kommission, dass sie der Beschwerde von WWF und BirdLife folgen und ein Vertragsverletztungsverfahren gegen die Republik Österreich einleiten würde. Bevor die Angelegenheit zum europäischen Gerichtshof gelangen konnte, zog man die Verordnung zurück. „Jetzt versucht es Niederösterreich erneut, stützt sich auf ein wissenschaftlich nicht haltbares Gutachten und hofft, dass die Aussage der Juristen, die Verordnung sei eine ,vernünftige Nutzung', der EU genügt. Eine Absurdität made in Niederösterreich“, ist auch die Landeschefin der Grünen NÖ, Madeleine Petrovic, empört. “Wenn das Land NÖ den Sonntagsjägern wieder einen Jagd-Freibrief zu Lasten einer bedrohten Tierwelt ausstellt, macht es erneut kein gutes Bild im europäischen Kontext. Plank torpediert mit dieser Verordnung die Bemühungen für einen umfassenden Schutz der Natur in Niederösterreich“, so Petrovic. Die Inititatoren fordern Landesrat Plank auf, die NÖ Beutegreiferverordnung sofort zurück zu nehmen. Es gibt zahlreiche Bereiche, in denen Naturschutz und Jagd voneinander profitieren können, wie etwa bei Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung für bedrohte Arten. Die vorliegende Verordnung ist nach Ansicht von WWF, BirdLife und Grünen mit einer verantwortungsvollen und zeitgemäßen Jagd zum Wohl der Natur jedoch in keinster Weise vereinbar. Jetzt unterstützen!: http://www.wwf.at/greifvogelpetition
Thema: Tierschutz
Tags: WWF Beutegreiferverordnung Seeadler
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WWF: Erneut Seeadler Vogelmörder an der Grenze NÖ
16.01.2009 um 10:02 - Thema: Tierschutz
Kein Ende der Anschläge auf gefährdete Seeadler: Vierter Fall innerhalb eines Jahres in Niederösterreich! Wien, am 16. Jänner 2008 - Die Serie der illegalen Abschüsse von Seeadlern reißt nicht ab. Wie erst jetzt bekannt wurde, entdeckten tschechische Vogelkundler Ende Dezember 2008 einen schwer verletzten, jungen Seeadler mit mehreren Schrotkugeln im Körper. Er lag in einem Wald unmittelbar an der Grenze zum niederösterreichischen Weinviertel. Der Seeadler war extrem ausgehungert, hatte einen gebrochenen Flügel und eiternde Wunden. Die schweren Verletzungen des Adlers lassen den Schluss zu, dass er sich schon seit längerem in dem Wald aufgehalten haben muss. "Es ist nicht auszuschließen, dass der Abschuss auf österreichischer Seite erfolgt ist - denn tschechische Täter hätten reichlich Zeit gehabt, den Vogel zu beseitigen", erklärt Mag. Christian Pichler vom WWF. Derzeit wird der verletzte Adler in einer Greifvogelstation gepflegt; ob er überleben wird ist fraglich. Der aktuelle Fall setzt eine Serie illegaler Anschläge auf den majestätischen Seeadler - Österreichs Wappentier - fort. Falls auch diesmal der Täter in Niederösterreich zu suchen ist, würde es sich bereits um den vierten Abschuss eines Seeadlers im Weinviertel innerhalb eines Jahres handeln. Zuletzt wurde am 12. November 2008 bei Hauskirchen im Bezirk Mistelbach ein Adler gefunden, der offenbar in einer illegalen Schlagfalle gefangen und dann erschossen wurde. Im Dezember 2007 war es im niederösterreichischen Bernhardsthal zum bislang spektakulärsten Fall gekommen: Einem Jäger konnte der Abschuss von zwei Seeadlern nachgewiesen werden. Im anschließenden Strafprozess wurde der Mann vom Vorwurf der Bestandsgefährdung freigesprochen. "Nach dem skandalösen Freispruch des Täters von Bernhardsthal glauben manche Personen offenbar, freie Hand beim Abschuss von Seeadlern zu haben", verurteilt Pichler den aktuellen Vorfall scharf. WWF und Niederösterreichischer Landesjagdverband fordern eine konsequente Untersuchung und Verfolgung der aktuellen Fälle und den raschen Abschluss des Verfahrens gegen den Schützen von Bernhardsthal. Seine Verurteilung wegen Übertretung des Jagdgesetzes ist über ein Jahr nach der Tat immer noch nicht rechtskräftig. "Abschüsse im Grenzbereich sind naturgemäß ein strittiges Thema" sagt Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Österreichischen Landesjagdverbände "Es soll jedoch niemand glauben, dass er mit billigen Ausreden davonkommt. Wir werden im vorliegenden Fall engen Kontakt mit der tschechischen Jägerschaft suchen, um den Abschuss zu klären. Egal, auf welcher Seite der Grenze der Schütze zu suchen ist - er hat gegen das Jagdgesetz verstoßen und einen schweren Schlag gegen unseren gemeinsamen Seeadlerbestand geführt!" Tschechische Naturschützer und Jäger planen nun ein Treffen aller beteiligten Parteien, um der illegalen Greifvogelverfolgung im südmährisch-weinviertlerischen Raum endlich einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Der Seeadler ist in Österreich nach wie vor vom Aussterben bedroht, die Erholung der Bestände wird seit Jahren durch illegale Verfolgung massiv behindert.
Thema: Tierschutz
Tags: WWF Seeadler
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WWF: Erneut Seeadler in Niederösterreich abgeschossen!
27.11.2008 um 11:39 - Thema: Tierschutz
WWF und NÖ Landesjagdverband verurteilen die illegale Tat scharf Wien, am 26. November 2008 - Erneut wurde ein Seeadler - Österreichs streng geschütztes Wappentier - Opfer eines illegalen Schützen. Der durch einen Büchsenschuss getötete Vogel wurde bei Hauskirchen im nördlichen Weinviertel von einem Spaziergänger gefunden. Die Füße des Vogels waren abgetrennt, was darauf hindeutet, dass der Vogel in einer Schlagfalle gefangen und dort erschossen wurde. Auch der Verlauf des Schusskanals und die Art der Tatwaffe deuten in diese Richtung. Dieser Abschuss bedeutet einen weiteren, schweren Rückschlag für den Seeadlerschutz in Österreich, um den sich Jägerschaft und Naturschutz seit Jahren gemeinsam bemühen. „Das ist nun schon der dritte, illegal getötete Seeadler innerhalb nur eines Jahres - ein absolut unhaltbarer Zustand!“ ist Dr. Bernhard Kohler, Leiter des WWF Seeadlerprojekts empört. „Greifvogel-Verfolgung ist kein Bagatelldelikt, sondern eine schwerwiegende Gefährdung der österreichischen Artenvielfalt!“ Ein Spaziergänger war am 12. November 2008 auf einem beliebten Wanderweg im Gemeindegebiet Hauskirchen in Niederösterreich unterwegs, als er unmittelbar neben dem Weg einen auf dem Rücken liegenden Greifvogel fand. In der Folge wurde der zuständige Jagdaufseher informiert, der Vogel als Seeadler bestimmt und unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstattet. Im Einvernehmen mit dem Amtstierarzt und dem NÖ Landesjagdverband wurde der Kadaver zur Untersuchung und Feststellung der Todesursache an die Veterinärmedizinische Universität Wien gebracht. Spaziergänger, Jagdaufseher und Polizeibeamte haben vorbildlich gehandelt und eine rasche Klärung ermöglicht: Als Todesursache wurde eine Schussverletzung festgestellt. Die auf Röntgenaufnahmen dargestellten Metallabriebe sowie die anatomisch festgestellten Verletzungen weisen eindeutig auf einen Abschuss hin, wie er nur von einem Einzelgeschoß stammen kann. Der ermittelnde Polizeibeamte und der Jagdaufseher gehen davon aus, dass der Fundort nicht mit dem Abschussort identisch ist. Mit dem Abtrennen der Füße an den Fersengelenken könnte der Täter Beweismittel, wie etwa Kennringe, oder eine Fußverletzung nach illegalem Fallenfang beseitigt haben. Sowohl die Lage der Schussverletzung als auch der Verlauf des Schusskanals weisen auf eine Schussdistanz von nur wenigen Metern hin. Da die natürliche Fluchtdistanz eines Seeadlers mehrere hundert Meter beträgt, liegt der Verdacht nahe, dass dem tödlichen Schuss ein illegaler Fallenfang vorausgegangen ist. „Hier liegt ein ganz klarer Verstoß gegen das Jagdrecht vor“ ist auch Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände empört. „Das seltene Tier ist in den Jagdgesetzen als ganzjährig geschont ausgewiesen. Es ist erschreckend, wie unverfroren hier gehandelt wurde. Was den Täter betrifft, so stellt sich allerdings die Frage, ob er innerhalb der Jägerschaft zu suchen ist, oder ob hier ein Kleintierzüchter zum Schutz seines Geflügels mit einer illegal aufgestellten Falle agiert hat? In jedem Fall ist das Vergehen zu verfolgen und streng zu ahnden!“ Bereits im vergangenen Winter kam es zum Abschuss eines Seeadlers im niederösterreichischen Bernhardsthal. Der Schütze konnte damals ausgeforscht werden. Im Verlauf des Strafprozesses wurde bekannt, dass im Auto des Täters Blutspuren von zwei verschiedenen Adlern gefunden worden waren. Der Schütze wurde dennoch vom Vorwurf der Bestandsgefährdung freigesprochen, weil nicht nachgewiesen werden konnte, dass es sich um österreichische Seeadler gehandelt hatte. Das später gefällte Urteil im jagdrechtlichen Verfahren ist noch nicht rechtskräftig, da die Berufung des Täters beim Unabhängigen Verwaltungssenat noch läuft. „Ganz offensichtlich war der teilweise Freispruch das falsche Signal - wir erwarten diesmal ein entschiedeneres Handeln der Justiz!“ unterstreicht Kohler.
Thema: Tierschutz
Tags: WWF Seeadler
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WWF: Gerichtsurteil zum Seeadler Vogelmord
22.08.2008 um 21:54 - Thema: Tierschutz
Überraschendes Gerichtsurteil zum „Seeadler Vogelmord“ Freispruch betrifft nur den Vorwurf der Bestandsgefährdung. Indizien für den Abschuss zweier Seeadler sind erdrückend! Wien, Korneuburg, am 22. August 2008 - Heute fand am Landesgericht in Korneuburg ein erster Prozess gegen jenen Mann statt, der kurz vor Jahresbeginn in Bernhardsthal im nördlichen Weinviertel mindestens einen, wahrscheinlich aber sogar zwei Seeadler getötet haben dürfte. Bei dem Prozess war zu klären, ob der mutmaßliche Täter gegen den § 182 StGB „Andere Gefährdungen des Tier- oder Pflanzenbestandes“ verstoßen hat. Dieser Paragraph sieht schwere Strafen für Personen vor, die den Tier- und Pflanzenbestand in einem größeren Gebiet konkret gefährden. Das Gericht anerkannte zwar, dass durch den Abschuss die Möglichkeit einer Gefährdung des Seeadlerbestandes besteht, weil sich diese konkrete Gefährdung aber nicht mit letzter Sicherheit beweisen ließ, wurde der Angeklagte in diesem Punkt freigesprochen. Der Freispruch bezieht sich nicht auf den nach wie vor aufrechten Vorwurf gegen den Mann, ein oder sogar zwei Seeadler absichtlich getötet zu haben. Dazu wird es eine eigene Verhandlung am Bezirksgericht Mistelbach geben. Ein Jogger hatte am 30. Dezember 2007 auf der Landstraße von Altlichtenwarth nach Bernhardsthal gesehen, wie ein Mann einen riesigen Vogel schoss, ihn in ein Auto packte und davon raste. Der Augenzeuge erstattete am Polizeiposten Bernhardsthal unverzüglich Anzeige gegen unbekannte Täter. Der mutmaßliche Schütze konnte rasch ausgeforscht werden, behauptete aber eine Krähe geschossen zu haben. In seinem Auto wurden jedoch Blutproben sichergestellt, die zeigten, dass es sich tatsächlich um einen Seeadler gehandelt hatte. Im Kofferaum wurden darüber hinaus Blutspuren gefunden, die mit großer Wahrscheinlichkeit von einem zweiten Seeadler stammen. Der WWF Österreich hatte in einem Gutachten für die Staatsanwaltschaft dargelegt, dass durch den Abschuss der österreichische Seeadlerbestand tatsächlich gefährdet ist. „Aus unserer Sicht liegt jedenfalls ein schwerer Eingriff vor“, so Dr. Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojektes - „egal, ob es sich bei dem getöteten Vogel um einen Angehörigen des heimischen Brutpopulation handelt, die nur aus sieben Paaren besteht oder ob es einer der 100-140 Wintergäste aus Nordeuropa war, die alljährlich zu uns kommen. Das Gericht wollte eine konkrete Gefährdung im Sinne des § 182 nur dann anerkennen, wenn es ein österreichischer Brutvogel war“, bedauert Kohler „und das konnten wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen.“ Der Freispruch ist allerdings nicht das letzte Wort, denn der Täter muss sich noch auf Bezirksebene für den illegalen Abschuss verantworten. Der Seeadler ist in den Jagdgesetzen als ganzjährig geschont ausgewiesen. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass hier ein Kardinalverstoß gegen das Jagdrecht und auch gegen die Waidmannsehre vorliegt“, sagt Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Landesjagdverbände. „Die gesamte Aufmerksamkeit richtet sich jetzt auf die Bezirkshauptmannschaft als Strafbehörde“. Tatsächlich sind während der heutigen Verhandlung Indizien für einen zweiten Seeadlerabschuss öffentlich bekannt geworden. „Wir befürchten, dass der heutige Freispruch das falsche Signal für all jene ist, die meinen, sich über Naturschutzgesetze einfach hinwegsetzen zu können!“ erklärt Mag. Gábor Wichmann von BirdLife Österreich. „Wir hoffen, dass bei der nächsten Verhandlung die Tat endgültig aufgeklärt und der mutmaßliche Täter seiner verdienten Strafe zugeführt wird.“
Thema: Tierschutz
Tags: WWF Seeadler
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Refugium von Storch, Seeadler und Co muss gesichert werden!
12.06.2008 um 17:23 - Thema: Wildtiere
March-Thaya Auen sind Hotspot der Artenvielfalt und dennoch unzureichend geschützt Wien, Marchegg, am 12. Juni 2008 - Anlässlich des GEO Tages der Artenvielfalt, der heuer dem Thema Artenvielfalt in Schutzgebieten gewidmet ist, schlagen die Naturschützer von WWF und das MARTHA-Forum Alarm: Die wegen ihrer außergewöhnlichen Artenvielfalt 2007 international zum trilateralen RAMSAR-Gebiet erklärte Flusslandschaft der Donau-March-Thaya Auen ist noch immer nicht ausreichend vor Zerstörung geschützt. „Ohne eine kontinuierliche Betreuung vor Ort und eine naturschutzkonforme Pflege der Landschaft kann der Verlust der Vielfalt nicht gestoppt werden“, ist Bernhard Kohler, Leiter des WWF Ostösterreich Programms überzeugt. „Die March-Thaya Auen sind in punkto Betreuung einer der letzten ‚weißen Flecken' auf der Österreich-Karte mit Schutzgebieten von internationaler Bedeutung.“ Das Land Niederösterreich und das Lebensministerium müssen endlich handeln, damit die einzigartige Vielfalt der March-Thaya Auen für die Zukunft gesichert bleibt.
Noch beherbergen die March-Thaya Auen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt: Der scheue Schwarzstorch, der imposante Seeadler, die seltene Flussseeschwalbe und 300 weitere teils stark gefährdete Vogelarten sind auf die Augewässer als Lebensraum oder als Rastplatz auf ihrem Zug angewiesen. Auf blütenreichen Wiesen stehen Pflanzenjuwele wie die Hügel-Nelke- eine von 10 Pflanzenarten die Österreich weit nur in diesen Auen mitten im „Grünen Herzen“ Europas vorkommen. Das RAMSAR-Gebiet auf dem Papier schützt vor Zerstörung nicht Die Donau-March-Thaya Auen sind ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und wurden deshalb 2007 als trilaterales RAMSAR-Gebiet ausgewiesen. Doch während die Donau-Auen als Nationalpark mit einer eigenen Verwaltung gesichert sind, fehlt den March-Thaya Auen nach wie vor ein angemessener Schutzstatus und eine wirksame Schutzgebietsbetreuung. Das MARTHA-Forum fordert deshalb die dringend notwendige Einrichtung einer effizienten Schutzgebietsbetreuung für die österreichischen March-Thaya Auen. In der Slowakei und in Tschechien sind bereits solche Gebietsverwaltungen installiert. Gefahr durch intensive Landnutzung, Biomasseboom und Flussregulierungen Die ehemals ausgedehnten und traditionell nachhaltig genutzten Wiesenflächen der March-Thaya Region sind in den letzten 50 Jahren immer mehr geschrumpft. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Hunger nach schnellwüchsigen Energiehölzern geht ein massiver Verlust an biologischer Vielfalt einher. An die Stelle abwechslungsreicher Wiesen treten vielerorts monotone und flurbereinigte Agrarlandschaften. Zahlreichen ökologisch sensiblen Arten wie der Uferschnepfe oder der Sumpfgladiole wurde dadurch bereits der Garaus gemacht. Durch die Regulierung von March und Thaya wiederum kommt es zu einem schleichenden Verschwinden der letzten intakten, dynamischen Auwälder und -gewässer, die zudem einer intensivierten forstlichen Nutzung unterliegen. Das MARTHA-Forum fordert eine Trendumkehr: Renaturierung der beiden Flüsse und eine bessere Anpassung der Landnutzung an das Überschwemmungs-Regime. Storchenfest am 13. und 14. Juni in Marchegg Einblick in die Arbeit einer Schutzgebietsbetreuung und die Lebewelt der Marchauen erhalten BesucherInnen im Rahmen des GEO Tags der Artenvielfalt am 13. und 14. Juni in Marchegg. Im WWF-Auenreservat, dem nur streng naturverträglich bewirtschafteten Herzstück der March-Thaya Auen, wird anlässlich des traditionellen Storchenfestes zu naturkundlichen Führungen für Jung und Alt eingeladen. Informationen zum Exkursionsprogramm: http://www.wwf.at/storchenfest
Thema: Wildtiere
Tags: WWF Storch Seeadler RAMSAR
Permalink: http://blog.tieranzeigen.at/77-refugium-von-storch-seeadler-und-co-muss-gesichert-werden.html
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WWF: Wagemutiger Einsatz für den Seeadler
11.06.2008 um 08:45 - Thema: Wildtiere
Erstmals fotografisch dokumentiert: WWF beringt zwei Jungvögel in einem Horst in 15 Meter Höhe Wien, am 11. Juni 2008 - Im Rahmen des internationalen Beringungsprogramms für den Seeadler, der in Österreich vom Aussterben bedroht ist, hat der WWF dieser Tage in den niederösterreichischen March-Thaya-Auen zwei Jungvögel durch Ringe an den Füßen individuell markiert. Um zum Horst in der Schwarzpappel zu gelangen, war eine waghalsige Kletterpartie am Stamm bis in 15 Meter Höhe erforderlich. Die knapp zwei Monate alten Jungadler wurden kurz aus dem Hort gehoben, an Ort und Stelle beringt und wieder in den Horst gesetzt. Diese beiden Adler sind die ersten in Österreich geschlüpften Vögel, deren Beringung fotografisch dokumentiert wurde. "Die Beringung hilft uns, das Verhalten der sensiblen Adler über einen längeren Zeitraum genau zu verfolgen und sie so besser schützen zu können", erklärt Dr. Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts. Die Aktion wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Remo Probst durchgeführt.


Die Vögel wurden von den Mitarbeitern des WWF mit jeweils zwei Ringen versehen. Ein Farbring in Schwarz und Grün mit weißem Nummerncode kennzeichnet das Tier als Angehörigen der pannonischen Population. Beim zweiten Ring handelt es sich um den Kennring, der eine individuelle Bestimmung ermöglicht: Anhand der darauf angebrachten Buchstaben- und Ziffernkombination können auch Geburtsort und -alter des Vogels festgestellt werden - und er dadurch identifiziert werden, wenn er gefangen oder tot aufgefunden wird.


Sowohl die Farbkombination als auch der Kennring-Code lassen sich aus großer Entfernung mit dem Spektiv ablesen. Dadurch ist es möglich, das scheue Tier wiederholt und ohne es zu stören zu kontrollieren. Um das Verhalten einzelner Vögel über einen großen Zeitraum verfolgen zu können ist es eine nähere Bestimmung von Gefährdungs- und Mortalitätsfaktoren wichtig. Heuer leben in Österreich sieben Seeadlerbrutpaare. Drei haben davon erfolgreich gebrütet. Dass der hierzulande 1946 ausgerottete Seeadler überhaupt zurückkehren konnte, ist der engen Zusammenarbeit eines Netzwerks an Schutzinitiativen in ganz Europa zu verdanken. Sie entwickelten ein einheitliches System für die Überwachung und Beobachtung der Bestände. "Je genauer wir die Populationsentwicklung beobachten können, umso rascher können wir auf Gefahrenquellen reagieren", erklärt Kohler.

Für die störungsanfälligen Großgreifvögel sind etwa Windkraftanlagen oder Hochgeschwindigkeits-Bahntrassen, aber auch die zunehmende Erschließung ruhiger Waldgebiete ein großes Problem. Die unmittelbarste Bedrohung des Seeadlers stellt allerdings der illegale Einsatz von Giftködern dar, die mit dem Pestizid Carbofuran präparierte sind. So fiel auch in der Brutsaison 2006/2007 ein Seeadler einem illegalen Gifteinsatz zum Opfer. Dank seiner Ringe konnte der Vogel als fünf Jahre altes Männchen aus Estland identifiziert werden. http://www.wwf.at
Thema: Wildtiere
Tags: WWF Seeadler
Permalink: http://blog.tieranzeigen.at/75-wwf-wagemutiger-einsatz-fuer-den-seeadler.html
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