03.08.2009 um 17:03 - Thema: Pferde
Die meisten verstehen unter
Westernreiten wohl eine meist wilde Reitweise, bei der ein sporenbewährter Möchtegern-Cowboy lassoschwingenderweise durch die Landschaft hetzt. Tatsächlich ist Westernreiten eine pferdefreundliche Sportart, die sowohl dem Pferd als auch dem Reiter nicht weniger abverlangt als die klassische Reitweise.
Das
Westernreiten entwickelte sich, als sich die ersten Siedler in Amerika niederließen. Die bisher bekannte Reitweise forderte sowohl Reitern als auch Pferden in den nordamerikanischen Steppengebieten sehr viel ab. Man griff deshalb auf Pferde mit einem flachen, langsamen Gang, da diese dafür weniger Energie aufwandten und bequemer zu reiten waren. Auch beim späteren Einsatz, dem Reitpferd, welches zusammen mit dem Reiter Herden zusammenhalten musste, genügten wenig versammelte Gangarten und Sprint- und Reaktionsschnelligkeit waren nur gefragt, wenn ein Tier aus der Herde ausbrach.
Zum
Westernreiten benutzt man einen schweren Sattel mit großer Auflagefläche, der in verschiedenen Varianten erhältlich ist. Unter dem Sattel liegt traditionell ein beinahe quadratisches Pad, das meist eine gewebte Oberseite besitzt und dessen Unterseite aus Kodelvlies oder Schaffell besteht. Die dick gepolsterte Satteldecke ist notwendig, da im Gegensatz zum englischen Sattel der Westernsattel kaum gepolstert ist.
Das Zaumzeug gibt es natürlich in verschiedenen Preisklassen, für den Freizeitreiter genügt ein Standardkopfstück mit einem Genickriemen, einem Stirnriemen und einen separaten Kehlriemen. Die Zügel sind aus glattem, meist doppelt genähtem Leder. Desweiteren gehören zum Westernreiten grundsätzlich Rädchensporen, da keine Gerte verwendet wird. Meist trägt das Pferd auch Gamaschen zum Schutz der Fesseln.
Die heutigen Westerndisziplinen entsprechen dem rinderhütenden Cowboy und seinem Pferd, wurden aber um der Show willen modifiziert. Es gibt Disziplinen, wo dem Pferd verschiedene Gehweisen abverlangt werden, hier wird der Gehorsam des Pferdes sowie das Zusammenspiel von Pferd und Reiter bewertet. Es gibt auch Prüfungsdisziplinen wo das Durchreiten von Wasser oder das Überqueren eines schmalen Stegs gefordert wird.
Kurzum: Westernreiten ist eine Klasse für sich und hat mit klassischem Reitsport nur die Tatsache gemein, dass ein Reiter auf einem Pferd sitzt.